Von Spanien nach Marokko


Mai 2016
Der Flug nach Alicante war am günstigsten. Bevor ich mich in die Fähre nach Marokko verfrachte, mach ich noch ein paar Abstecher. Granada ist mein nächstes Ziel.

 

Ich komme spät nachmittags an, suche mein Hostel und ziehe um die Häuser. Der Puls dieser Stadt ist nicht besonders laut oder aggressiv, aber wenn es etwas gibt, dass alles andere übertönt, dann ist es die Geselligkeit.

Die Lust sich mit Freunden zu treffen, stundenlang zu Essen und zu quatschen scheint hier wichtiger zu sein als alles andere.
Und Musik. Gleich am ersten Abend stolpere ich über einen kleinen Platz in den der Innenstadt. Er wurde zu einer Bühne umfunktioniert, und es wird zu Flamenco getanzt.

 

Sonntagmorgen.

Gegen Mittag ist der Trubel schon wieder auf ganzer Höhe.
Eine kleine Blasmusikgruppe zieht verschwitzt durch die Straßen, und macht in den kleinen Bars halt, wo sie gegen ein paar Snacks die Leute in Fahrt bringen.


Auch draußen gehts rund – es ist Fronleichnam.
Nicht weniger als drei Kapellen, und eine große Prozession zieht um den inneren Ring der Altstadt. Ein riesen Wirbel.

 

Marokko

Am Port von Tarifa werden wir von einem 10 Jahre alten professionellen Touristenführer aufgegriffen, der sich nicht davon abbringen lässt uns in die Medina zu bringen. Man braucht da jemand der sich auskenne, denn die Gassen seien sehr eng und verwirrend. Außerdem gibt es einfach zu viele Touristenfallen raunt er uns zu. Es ist wichtig einen guten Führer zu haben.
 
Er dürfte im Viertel bekannt sein, auch die Älteren grüßen ihn, er grüßt lässig zurück. Wäre er nicht so klein, ich würde ihm mindestens 25 Jahre geben.
 
Vor dem Hostel hängt die lokale Medina Gang ab, und dropt ein paar lines. Keiner davon älter als unser kleiner Führer.


Abends gehts raus zum Nachtbazar. Der Muezzin erinnert zuverlässig an das letzte Abendgebet.

Wir treffen ein paar Locals die marokkanisch entspannen. Spliff und Musik. Beides scheint hier ganz gut verwurzelt zu sein.

Zwischenstop unterwegs

Die nächsten Tage geht es weiter nach Süden. Die Busse sind super, und die Stationen ein auditiver Wirbelsturm (hier Tatooine).
 
Fes hat eine sehr schöne Medina und auch einen sehr lebhaften Markt. Hier gibts alle Arten von Gemüse und Früchte zu einem Spottpreis.


Die Wüste hat saugt fast alle Klänge auf, zumindest sobald man etwas aus dem Dorf rausgeht. In den Bäumen rundherum zwitschern die Vögel, und an und zu zieht ein Moped vorbei. Die Beduinen spielen abends gern mal auf. Ansonsten Stille und die Weite der Wüste, was ganz schön beeindruckend sein kann, dafür dass nix da ist.
 
Es ist Ramadan. Selbst bei 40° wird untertags weder gegessen noch getrunken. Bis auf ein paar religiöse Ausnahmen, wie zB. Reisende und Kranke. Und die, die ein klein wenig schummeln.

Chefchauen, die blaue Stadt

Ich bin inzwischen in Rabat (die Hauptstadt). Selbst hier bekommt man untertags nicht überall Essen. Der ganze Tagesablauf scheint sich hier den Religiösen Gegebenheiten zu beugen. Die Energie wenn die Sonne zu Neige geht scheint sich minütlich zu steigern. Bis zum Wendepunkt: der Knall zum Iftar (Fastenbrechen) mit dem alle Straßen und Gassen zum Stillstand kommen. Man hört nur noch Leute essen und gemütlich tratschen.
 
Während der Souk 20 Minuten vor Sonnenuntergang voller Leben war, und die Straßen gefüllt mit Leuten die zu ihrem Familien fahren, so ist es kurz danach gespenstisch still.

 
Gesättigt kehrt eine Ruhe in der Stadt ein. Angeblich sind die Leute zu Ramadan Zeiten auch gechillter, und nachgiebiger. Auf jedem Fall ist es sehr spannend so ein ‚Experiment‘ zu spüren. Es ist ganz was Eigenes wenn eine ganze Stadt in so einer Dynamik teil nimmt.